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Jugendlich & vegan … sucht Platz am Tisch

Jugendlicher Respekt für Natur und Tier mündet häufig in eine konkrete Antwort: dem Wunsch, auf Tierisches zu verzichten. Aber wie nur die eigene Familie davon überzeugen? // Brigitte Sager-Krauss

Vegane Jugend

Meine Mutter macht mir tierisch Stress, ich soll endlich wieder normal essen …!“ Im Chat beklagt Laura* vehement das elterliche Veto zu ihrer persönlichen Entscheidung, kein Fleisch mehr essen zu wollen. Seitdem sie für sich festgelegt hat, tierischen Lebensmitteln den Rücken zu kehren, ist Streit am Familientisch vorprogrammiert.

Laura ist 16 Jahre und kein Einzelfall. Der Appetit auf Fleisch, aber auch auf Fisch, Milch und Ei schwindet bei Jugendlichen – und es ist mehr als ein kurzzeitiger Mode-Trend: Insgesamt leben hierzulande geschätzt bereits etwa sieben Millionen Vegetarier, zehn Prozent davon vegan, das heißt komplett ohne tierisches Eiweiß.

Vegan ist „mega-in“

„Gerade junge Menschen sind einem vegetarischen und veganen Lebensstil gegenüber aufgeschlossen und offener“, sagt Elisabeth Burrer, Sprecherin des Vegetarierbundes Deutschland e.V. (VEBU). Der Verband misst den vegetarisch-veganen Zuspruch anhand seiner Mitgliederzahlen wie an einem Barometer: Er verzeichnet stetiges Wachstum, in 2012 im Schnitt über fünfzig Prozent.

Die Moral spielt die Hauptrolle für die Entscheidung gegen Fleisch, Milchprodukte und Eier. Denn Massentierhaltung unter quälerischen Bedingungen möchten viele nicht mehr stützen. Allerdings finden auch Aspekte wie das persönliche Geschmacksempfinden und der Schutz der Umwelt Berücksichtigung. Immerhin checkt die Jugend schnell, was das angebliche „Veredeln“ der pflanzlichen Nahrung in tierisches Eiweiß kostet: Wasser und Nahrungspotenzial für die weltweit wachsende Bevölkerung wird verschwendet, eine Unmenge an überflüssigem Kohlendioxid und Treibhausgasen entsteht.

Die gesundheitlichen Vorteile des fleisch-, milch- und ei-freien Essens stehen bei jungen Menschen meist nur im Hintergrund. Doch hier lohnt es sich genauer hinzuschauen, möchte man die „regierenden Köche“ der Familie von den Vorzügen rein pflanzlicher Kost überzeugen. Der Zoff am häuslichen Esstisch gründet in vielen Fällen auf der Angst, vegetarisch und vor allem vegan essen sei ungesund, der junge Körper in Wachstum und Entwicklung erhielte nicht genug Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.

Sorge: Gut gefuttert?

„Meine Eltern befürchten, ich magere vollständig ab und bekomme nicht die Nährstoffe, die ich brauche …“, schreibt auch Laura im Internet-Forum. Ergebnisse aktueller Ernährungsforschung entkräften jedoch die hartnäckig bestehenden Vorurteile, belegen sogar den besonderen gesundheitlichen Wert des Essens ohne Wurst & Co.

Dr. Markus Keller, Leiter des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) in Gießen berichtete unlängst auf einem Kongress für Mediziner in Berlin: „Fleischkonsum ist ein Risikofaktor“ – besonders im Hinblick auf Übergewicht, Diabetes Typ 2 (bekannt als „Alters“-Diabetes), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Dickdarmkrebs. Argumente, die das ein oder andere Elternherz vielleicht erweichen könnten?

Vorteile statt Vorurteile

Andere Wissenschaftler sprechen der fleisch- und milchfreien Kost sogar zu, die lästige Pubertäts-Akne ausbremsen und insgesamt für bessere Stimmung sorgen zu können. Die in der Jugend gelegentlich vorüberziehenden „Tiefdruckgebiete“ abmildern? – das mag eine durchaus reizvolle Perspektive sein.

Und die Bedarfsdeckung an lebenswichtigen Nährstoffen? Die sieht durchaus positiv aus. IFANE-Leiter Dr. Markus Keller beschreibt „die Versorgung mit vielen Nährstoffen wie Vitamin C, Beta-Carotin, Magnesium, zusätzlich mit Ballast- und sekundären Pflanzenstoffen sogar günstiger als bei Mischkost“. Jedoch: „Veganer sollten besonders auf die ausreichende Zufuhr der Nährstoffe Vitamin B12, Kalzium, Eisen, Vitamin B2, Zink und Jod achten“, so der Ernährungswissenschaftler.

Gerade der jugendliche Körper fordert ausreichend Kalzium für stabiles Knochenwachstum, genügend Eisen für das zunehmende Blutvolumen, ein starkes Immunsystem und die bei jungen Mädchen einsetzende Menstruation. Die Vorteile einer vegetarischen oder veganen Ernährung zu schätzen, ist daher die eine Seite. Die andere Seite ist, auch die möglichen Risiken zu kennen, wenn Fleisch, Käse, Milch, Fisch und Ei ohne ausgewogene, vollwertige Alternative vom Teller fliegen. Wird von Elternseite Akzeptanz und Unterstützung für die tierfreie Ernährung erwartet, führt kein Weg an einem offenen Gespräch vorbei, in dem Tochter oder Sohn zeigt: Es ist klar, worauf es bei gesunder veganer oder vegetarischer Ernährung ankommt.

Generell sind reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Ölsaaten ein „must have“ bei vegetarischem und veganem Essen. Hochwertige pflanzliche Öle beispielsweise aus Raps, Olive und Walnuss gehören ebenfalls dazu. Sie liefern neben Energie wichtige Fettsäuren für das Wachstum und ein stabiles Nervenkos-tüm. Meidet man Milch, helfen kalziumreiches Wasser, reichlich Nüsse, wie auch Pistazien und Mandeln, Sesammus (Tahin) und dunkelgrüne Gemüsesorten wie Grünkohl und Brokkoli. Für eine ausreichende Eisenversorgung gilt es, Vollkornprodukte wie Haferflocken mit Vitamin-C-haltigen Früchten und Gemüse zu kombinieren. Dadurch wird das pflanzliche Eisen deutlich besser verwertet. „Gute Eisenlieferanten sind Hülsenfrüchte, Vollgetreide, Ölsamen wie Kürbiskerne und Sesam, Nüsse und verschiedene Gemüsearten wie Feldsalat, Rucola und Zucchini“, empfiehlt Vegan-Experte Keller.

Im Fokus: Vitamin B12

Vitamin B12 findet sich fast ausschließlich in Lebensmitteln, die vom Tier stammen. „Daher muss gerade bei vollständigem Meiden tierischer Lebensmittel eine sichere Versorgung mit Vitamin B12 gewährleistet sein, beispielsweise durch Nahrungsergänzung“, so Keller. Ein aktueller Tipp hierfür: eine speziell für die vegan-vegetarische Lebensweise entwickelte Vitamin-B12-Zahnpasta, die eine Versorgung mit dem Vitamin unterstützen kann. Ebenfalls für Vitamin D regt der Vegetarierbund eine Nahrungsergänzung in seiner vegetarisch-veganen Ernährungspyramide an, da in hiesigen „sonnenarmen“ Breitengraden die körpereigene Vitamin-D-Produktion nicht immer ausreicht.

Eines sollte jedem Jung-Veganer und Vegetarier bewusst sein: Gesund essen heißt auch, Zeit und Mühe investieren. Motto: nicht nur streiken, sondern kochen! Gerade am Anfang braucht es viel Einsatz, denn neue Zutaten und Zubereitungsweisen wollen erprobt werden. Auch für Laura kommt deshalb ein einschlägiger Tipp im Chat: „Informiere dich gründlich, nimm dir Zeit … und koche mal vegan für die family, das wird deine Mama freuen!“ – und ist für alle ein Gewinn. *Name redaktionell geändert

Umsteigen auf Essen „ohne Tier“

vegane Informationen

Informieren: der erste Schritt!

Zahlreiche vegan-vegetarische Bücher geben Rat und Hilfe. Gute Infoquellen bieten auch Verbände. Im Internet zu finden unter www.vebu.de, www.vegane-gesellschaft.org,
www.ifane.org oder www.vegan.eu.

Vegane PizzaGemeinsam geht vieles leichter

In vielen Städten finden regelmäßige Treffen, z.B. Vegi-Kochabende, statt. Mal anders: „Veggie-Buddys“ – eine Initiative des Vegetarierbundes, bei dem ein „Alt“-Vegetarier mit Rat und Tat zur Seite steht.

Kennzeichnung "vegetarisch"Kennzeichen gefragt

Selbst Chips und Orangensaft können versteckte tierische Zutaten wie Gelatine oder Aromenbestandteile enthalten. Eine Kennzeichnung (siehe oben) schließt das aus und erleichtert das Einkaufen.

Experimente mit neuen Zutaten

Tofu kennt ja fast schon jeder. Aber wie sieht es mit Tempeh, Tahin oder Seitan aus? Zutaten für ei- und milchfreies Kochen und Backen sind z.B. auch Reis-, Soja- und Hafermilch. Sojamehl mit Wasser angerührt kann das Hühnerei ersetzen, Sojacreme ist eine Alternative für Schlagsahne.

Nachgelesen – Nachgekocht

Eine umfassende Hintergrund-Lektüre zum Thema: „Vegetarische Ernährung“ von C. Leitzmann und M. Keller (UTB, 2010, Euro 22,90)

Rein vegane Infos mit über 140 Rezepten finden sich in „Ab jetzt vegan!“ von G. Lendle und E. W. Henrich (Trias, 2012, Euro 17,99)

Kommentare

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incl. 'http://'
kalinka

Eine Zahnpasta mit B12, das ist ja der Hammer. Nun hat man mir als Kind mühsam beigebracht, dass ich die Zahnpasta NICHT essen soll. Und jetzt das. LOL.

Ekaf
Die bisherig angegeben Tiere sind schlechte Beispiele, da sie sich alle hauptsächlich von sehr zellulosehaltigen Pflanzen ernähren. Beim Menschen ist das ein unverdaulicher Ballaststoff. Mit Menschen kann man sowieso keine Tierart vergleichen, weil Menschen die einzigen sind, die das Feuer zum Kochen nutzen und das schon seit 790.000 Jahren, also noch bevor sie zum Homo sapiens wurden. Dadurch wird die Nahrung leichter verdaulich und man braucht weniger. Deshalb und weil man heutzutage jederzeit an Essen gelangen kann, kommt es in unserer Gesellschaft zu Überernährung. Wenn man da eine "ineffektivere" rein pflanzliche Ernährungsweise wählt, dann sehe ich da kein Problem. Sowieso finde ich Gesundheitsargumente wenig aussagekräftig, da es zu jeder Studie eine andere Studie gibt, die das Gegenteil beweißt. Ist schon fast nur noch Glaubenssache.



Dass es keine geborenen Veganer gibt, die über 60 sind, ist aufgrund des relativ jungen Alters des Veganismus kein Argument gegen ihn. Da wird man erst in Zunkunft sehen, wie es sich auswirkt. Es gab den Herren Werner Hoffstetter, der wohl mit 11 Jahren Veganer wurde und vor nicht so langer Zeit im Alter von 102 Jahren verstorben ist, wobei er erst mit 99 ins Altersheim ging. Mit 72 hat er noch einen Dachboden in eine Wohnung umgebaut und war bis 90 mit einer Wandergruppe unterwegs. Joaquin Phoenix wurde mit 3 Jahren vegan, ist aber leider erst 38. Seba Johnson lebt von Geburt an vegan und macht bei den Olympischen Spielen mit, also muss nicht jeder Gummiknochen kriegen (wobei ich mich sowieso immer wundere warum jeder Veganismusgegner einen (schwer)kranken Veganer kennt).



Und keine Angst, auch als Veganer muss man sich nicht den ganzen Tag mit Essen beschäftigen. Tue ich jedenfalls nicht.
amirim
Man muss es in aller Deutlichkeit nochmal sagen: praktisch alle pflanzenfressende Tiere haben irgendwo in ihrem Verdauungstrakt einen gigantischen Gärbehälter: beim Pferd ist das der Enddarm, beim Hasen der Blinddarm, beim Wiederkäuer der Pansen und bei der Schildkröte ist das ähnlich wie beim Pferd der Enddarm.

Nur mittels der darin stattfindenden Vergärung durch Mikroorganismen können pflanzenfressende Tiere unverdauliche Zellulose in hochwertige Nährstoffe wie z.B. Proteine und Fettsäuren verwandeln.

Dem Menschen fehlt ein vergleichbar Gärbehälter, der diese Aufgabe übernehmen könnte!

Der Blinddarm des Menschen hatte vor Millionen Jahren die gleiche Funktion wie beim Hasen: dort wurde durch Vergärung die pflanzliche Nahrung in hochwertige Nährstoffe umgewandelt. Der Blinddarm des heutigen Menschen kann diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, weil er sich stark zurückgebildet hat. Unser Dickdarm enthält zwar auch Mikroorganismen, aber mehr als ein paar Vitamine können sie uns nicht liefern.

Beim Menschen ist es sogar schädlich, wenn die aufgenommene Nahrung im Verdauungstrakt zu gären beginnt! Das sind Fakten, die klar aufzeigen, dass eine reine Pflanzenkost für den Menschen völlig unnatürlich ist.



Das Argument vieler Veganer: "aber mir geht es doch gut mit der veganen Kost", zeugt von einer völlig eingeschränkten Sichtweise. Dazu ein passender Vergleich: Auch ein Mensch, der fastet, fühlt sich in der Regel hervorragend - aber eine Fastendiät eignet sich nicht, um gesunde Kinder heranzuziehen!



Ferner sollte man den Veganismus nicht dadurch rechtfertigen, indem man auflistet, was alles unnatürlich ist, was der Mensch heutzutage macht. Denn das ist nur ein Eingeständnis, dass auch die vegane Ernährung wider die Natur ist!


amirim
Wie bei anderen kleinen Säugetieren sind die Stoffwechselrate und damit der Energiebedarf beim Kaninchen vergleichsweise hoch. Um diesen Bedarf zu decken, ist der Verdauungsapparat des Kaninchens auf das Verarbeiten großer Mengen pflanzlicher Nahrung spezialisiert.

Alle pflanzenfressende Tiere - egal ob Wiederkäuer oder nicht - haben eine spezielle Anpassung an pflanzliche Nahrung, was beim Menschen ganz sicher nicht der Fall ist!



Anders als z. B. beim "Enddarmfermentierer" Pferd werden beim Kaninchen die feinen "unverdaulichen" Nahrungspartikel im Blinddarm mit Hilfe von Bakterien vergärt. Die gröberen Ballaststoffe wie z.B. Zellulose werden vom Kaninchen auf direktem Weg ausgeschieden.

Bei diesen Stoffwechselvorgängen entstehen nahrhafte Moleküle, nämlich Eiweiße, Zucker und Vitamine, die jedoch beim Kaninchen im Dickdarm nicht aufgenommen werden können. Aus diesem Grund produzieren Kaninchen zwei Arten von Kot und fressen den nahrhaften Blinddarmkot beim Ausscheiden direkt vom After weg!



Wenn also jemand behauptet, der Mensch könne sich wie ein Kaninchen ernähren, dann müsste er genauso wie diese Tiere seinen eigenen Kot fressen, damit es nicht Mangelerscheinungen kommt!



Gorillas und Elefanten haben zwar auch keinen Wiederkäuermagen, dafür sind sie aber extrem schlechte Futterverwerter: Elefanten machen 15-20 Stunden am Tag nichts anderes als zu fressen, wobei die Hälfte der Nahrung unverdaut wieder ausgeschieden wird.

Wenn also jemand behauptet, der Mensch könne sich wie ein Elefant ernähren, sollte er sich über die Konsequenzen im Klaren sein: diese Art der Ernährung ist für unseren Körper absolut ineffektiv, das gleiche gilt natürlich für die vegane Ernährung. Außerdem gibt es für den Menschen sicher sinnvollere Aufgaben, als sich den ganzen Tag mit Nahrungsaufnahme zu beschäftigen.






Ymolo
Ich finde den Artikel sehr toll. Nicht das übliche, Veganer sind blass und krank & Veganer wollen alle missionieren, etc. Gott sei dank auch nichts darüber, ob vegan nun natürlich ist oder nicht. Ich finde diese Diskussion etwas unnötig: Wir sind hier im Internet, essen Fertiggerichte und Tiefkühlpizza, gehen in den Supermarkt, lassen unsere "Nutztiere" künstlich befruchten, trinken im hohen Alter noch Kuhmilch, nehmen bei jedem kleinen Wehwechen Pillen und in unserem Essen stecken "natürliche" Aromen & Geschmacksverstärker. Und wenn ich z.b. sage, ich esse keinen Brokkoli, kein Fisch, kein Käse, keine Blumen und keine Oliven, weils mir nicht schmeckt, sagt doch auch keiner, wir sind Allesfresser, oder?! In unserem Speiseplan stehen ja auch keine Menschen und hierzulande meistens auch keine Insekten, Hunde und keine Blumen. Über die Asiaten, die Hunde & Katzen essen, ist man sogar empört & findet das ganz schrecklich, was ich sehr speziesistisch finde, Schweine habens nämlich auch nicht grad besser. Ich finde es auch überhaupt nicht unnatürlich, sich vegan zu ernähren, wenn man damit total fit und gesund ist. Unnatürlich finde ich es, als Erwachsener noch Milch zu trinken, die eigentlich für ein Kalb bestimmt war und davon dann entsprechend krank zu werden. Ich kann euch da Dinge wie das Buch "Milch besser nicht" oder die Doku "Die Milchlüge" ans Herz legen.
Ymolo
Übrigens wegen den Wiederkäuern: Hasen, Hamster und Schildkröten sind auch Pflanzenfresser, trotzdem keine Wiederkäuer. Oder hast du schon mal einen Hasen gesehen der wiederkäut?!
amirim
Veganismus-das sind die Irrungen und Wirrungen einer kranken Gesellschaft. Im Bereich der Ernährung hat sich eine völlig falsche Denkweise manifestiert: das ist unser stofflich-materialistisches Denken! Überall kann man lesen, dass die vegane Ernährung ausreichend Nährstoffe enthält. Was für ein Unfug: der Mensch kann sich doch nicht von Nährstoffen ernähren! Am wichtigsten sind Proteine und das Fett, also gesättigte Fettsäuren als Energieträger. Da die vegane Ernährung extrem protein- und fettarm ist, ist sie langfristig gar nicht machbar, ohne dass es nicht zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden kommt. Gerade für Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter ist vegane Ernährung absolut schädlich. Bitte suchen sie im Forum von Schrot&Korn den Thread "Tierhaltung"und lesen sie dort meine ausführliche Kritik an dem Buch PEACE FOOD von Rüdiger Dahlke.

Veganismus - das ist wie die Quadratur des Kreises: langfristig ist das gar nicht machbar. Mein Cousin wuchs von Geburt an vegan auf. Schon als Jugendlicher bei den Pfadfindern durfte er keine schweren Rucksäcke tragen, weil seine Knochen nicht stabil genug waren. Die vegane Ernährung ist also völlig ungeeignet, um gesunde Kinder heranzuziehen. Denn für eine gesunde Ausbildung der Knochen braucht es in erster Linie Proteine und gesättigte Fettsäuren: Die Knochenmatrix (wie überhaupt alles in unserem Körper) besteht hauptsächlich aus Proteinen! Mineralstoffe und Vitamine sind da nur von sekundärer Bedeutung. Gesättigte Fettsäuren sind nicht nur eine ideale Kalorienquelle, sondern sie sind auch der Stoffwechsel-Promotor schlechthin für alle Stoffwechselvorgänge, sei es die Knochenbildung oder auch die Hormonbildung.

Deshalb: lassen sie Finger weg von veganer Ernährung, wenn sie gesunde Nachkommen haben möchten. Vegane Ernährung eignet sich höchstens für ältere Leute, deren körperliche Entwicklung bereits abgeschlossen ist.

Veganismus - das ist die Kulmination sämtlicher Ernährungslügen der letzten 100 Jahr. Die mit Abstand schlimmste Ernährungslüge ist die Fett- und Cholesterinlüge! Warum das so ist, kann man hier erfahren: http://www.s267274200.online.de/archives/302
cybergabi
Interessante Sichtweise, amirim. Und was glaubst Du woher Gorillas, Elefanten, und andere Pflanzenesser ihre Proteine nehmen? Sicher nicht von rottendem Fleisch, und soweit ich weiss halten sie sich auch keine Milchkühe. Besser informieren täte gut, bevor man solche Falschinformation im Internet verbreitet! Veganismus ist die gesündeste Ernährungsweise der Welt!
cybergabi
Und noch was, Amirim (habe gerade deinen Artikel gelesen): Soweit ich weiss, haben Massai eine durchschnittliche Lebenserwartung von 50 Jahren. Der reichliche Verzehr tierischer Produkte geht im menschlichen Körper im allgemeinen gut bis etwa 45 (und ja, natürlich gibt es steinalte Fleischesser, aber die Wahrscheinlichkeit, alt zu werden, sinkt, je mehr Fleisch man isst). Dann fangen die Wohlstandskrankheiten an: Herz- und Kreislaufbeschwerden, Typ2-Diabetes, und verschiedene Krebsarten. Vegane Ernährung ist die gesündeste der Welt, wenn man darauf achtet, sich ausgewogen vegan zu ernähren. Viel verschiedene Gemüse (mindestens 30% roh), Getreide, Obst, moderat Hülsenfrüchte, und sparsam Nüsse und Saaten. Eat the rainbow - keine Leichen!
Arcadio Buendia
Sehr gelungener Artikel! Als langjähriger Veganer empfehle ich das Multivitaminpräparat "VEG1" und ein tägliches Glas "Sojamilch+Calcium" (eine wohl realistischere Calciumquelle für jugendliche Veganer als massenweise Brokkoli jeden Tag).



Ausserdem empfehle ich dieses Interview, mit dem US-amerikanischen Ernährungswissenschaftler Jack Norris, einem der weltweit führenden Experten zum Thema Veganismus. Das Interview wurde von einem Ex-Veganer geführt und alle möglichen Aspekte werden der veganen Ernährung werden sehr kontrovers diskutiert: http://www.christiankoeder.com/2011/08/interview-for-ex-vegan.html



Nochmals vielen Dank für den tollen Artikel.
amirim
um die Frage von cybergabi zu beantworten: Tiere, die sich auf reine Pflanzenkost spezialisiert haben, haben in der Regel einen Widerkäuermagen! Nur deshalb sind sie in der Lage, die Proteine aus pflanzlicher Nahrung zu verwerten. Da der Mensch keinen Wierkäuermagen hat, ist die Bestrebung, aus dem Menschen einen REINEN Pflanzenesser zu machen, absolut wider die Natur. Im Übrigen sind Gorillas auch keine reinen Pflanzenfresser!

In der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Volkes, wie z.B. der Massai, spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Kindersterblichkeit oder auch Unfälle bei der Jagd. Also kann es bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von angeblich nur 50 Jahren durchaus auch viel Leute geben, die deutlich älter wurden. Vergleichbar ist die Situation bei den Eskimos, solange sie noch nicht mit der denaturierten Zivilisationskost in Berührung kamen: ihre durchschnittliche Lebenserwartung war auch nicht besonders hoch. Trotzdem hat der Polarforscher Vilhjalmur Stefansson, der zehn Winter mit den Eskimos verbrachte, nachgewiesen, dass es durchaus auch Eskimos gab, die das hohe Alter von 100 Jahren erreicht haben!

Jedenfalls haben Forscher bei den Massai die besten Cholesterinwerte gefunden, die je gemessen wurden! Ausserdem gab es bei den Massai weder Herz-und Kreislauferkrankungen, noch litten sie unter Arteriosklerose, solange sie nicht mit der denaturierten Zivilisationskost in Berührung kamen. Deshalb ist die unter Veganern weit verbreitete Ansicht, die modernen Zivilisationsleiden würden durch Fleisch und andere tierische Produkte verursacht, völlig falsch.

Es kann gar nicht sein, dass tierische Produkte GENERELL der Gesundheit schaden, denn der Mensch hat schon immer davon gebrauch gemacht, ohne in dem gleichen Maße an Zivilisationskrankheiten zu leiden, wie das heutzutage mehr und mehr der Fall ist. Deshalb: Veganismus ist wie die Quadratur des Kreises - langfristig ist das gar nicht machbar. Denn: 1. der Mensch hat kein Wiederkäuermagen, und 2: der Veganismus basiert im wesentlichen auf dem größten Schwindel in der Geschichte der Medizin: das ist die Fett- und Cholesterinlüge.

Ausserdem: alle Veganer, die behaupten, die vegane Ernährung sei die gesündeste Nahrung, haben alle eines gemeinsam: alle diese Leute, die so unglaublich große Töne spucken, sind gar nicht von Geburt an vegan aufgewachen!! Was diese Leute machen, ist eigentlich Betrug und Augenwischerei. Denn: wo ist der Veganer, ca. 60 Jahre alt, von Geburt an vegan aufgewachsen und gesund und leistungsfähig??? Das gibt es gar nicht. Und wenn es solche Leute gibt, dann haben sie ernsthafte gesundheitliche Probleme.