Anzeige

Anzeige

Chinesische Elemente-Küche

Bei der Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin dreht sich alles um unsere Lebensenergie „Qi“. Eine ausgewogene Nahrung ist dabei ein Schlüssel zur Gesundheit. // Martina Petersen

-> Rezepte

-> Interview Dr. Claudia Nichterl

KartoffelkücheWenn ein Mensch auf die Welt kommt, steht laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eines unwiderruflich fest: Die Menge seines Energievorrates, die er aufgrund der Konstitution seiner Eltern auf dem „Lebenskonto“ hat. Wenn dieses sogenannte „vorgeburtliche“ Qi verbraucht wurde, ist unser Leben zu Ende. Wie gut, dass wir dieses Depot durch „nachgeburtliches“ Qi aus Atmung und Nahrung aufstocken können. Da unsere Nahrung 70 Prozent dieses „Sparguthabens“ ausmacht, hat die TCM viel Aufmerksamkeit auf die Entwicklung ihrer Ernährungslehre gelegt. Die Theorie der fünf Elemente fußt im daoistischen Denken, das seine Erkenntnisse aus Beobachtungen der Natur und aus dem Verstehen kosmischer Zusammenhänge gewonnen hat.

Lehre der Wandlungen

Es ist eine Lehre der Wandlungen: Alles ist - wie die Energie in unseren Körperleitbahnen (Meridianen) - permanent in Bewegung und alles ist mit allem verbunden. Jeder Reifeprozess, sei es der Ablauf eines Jahres oder eines Menschenlebens, durchläuft identische Phasen: Im Frühling blüht die Natur auf wie der Mensch in seiner Kindheit (Element Holz), im Sommer und in der Jugend brennt diese Energie in voller Kraft (Feuer). Im Spätsommer und im mittleren Alter setzt sich das Erreichte (Erde), beim Übergang zum Herbst des Jahres und des Lebens kehren die Kräfte nach innen zurück (Metall) und im Winter genießt die Natur Ruhe und der Mensch seinen Lebensabend (Wasser). Jedes Nahrungsmittel hat aufgrund seiner Thermik Einfluss auf unseren Energiehaushalt. Und es lässt sich aufgrund seiner Geschmacksrichtung (sauer, bitter, süß, scharf, salzig), seiner Farbe (grün, rot, gelb, weiß, blau/schwarz) und seiner Wirkungsrichtung (nach innen, unten, verteilend, nach oben, außen) einem der Elemente zuordnen. Auch jedes Organ zählt zu einer der Kategorien: So gehören beispielsweise Leber und Galle zum Holz. Ebenso der saure Geschmack, denn sauer entspannt mit seiner erfrischenden thermischen Energie die Holzorgane. Um alle Organe gut zu versorgen, sollten wir bei der Ernährung alle Elemente ausgewogen zu uns nehmen. Die unterschiedlichen Geschmäcker erleichtern unserer Milz als der „Herrscherin der Säfte“ das Sortieren der Energien: Sie schickt beispielsweise das Saure zur Leber und das Bittere zum Herzen. Wenn die Chinesen immer betonen, der Mensch müsse seine Mitte stärken, dann meinen sie damit Magen und Milz. Beide mögen es warm und harmonisch. Was heißt das für unsere Ernährung?

Hilfeschrei der Milz

Eine Milz, die durch kalte Getränke, zu viel Rohkost, viele Südfrüchte oder ein Übermaß an Milchprodukten abgekühlt werde, könne laut der Lehre der TCM das Qi nicht mehr verteilen und es träten Mangelerscheinungen auf. Viel Quark, Joghurt oder Käsebrote führten demnach zur Wasseransammlung im Gewebe und zur „Verschleimung der Mitte“. Orangen und Kiwis ließen uns frieren statt die Immunabwehr zu stärken. Und das Verdauen von übermäßig viel Rohkost brauche viel Energie. Am Ende stehe meist als Hilfeschrei der Milz der Heißhunger auf Süßes - spätestens dann sollte etwas passieren, damit aus einem Ungleichgewicht keine Krankheit wird.

Die Mitte stärken

Um die Mitte zu stärken, sollten laut TCM neutrale Nahrungsmittel des Erdelemen- tes, wie Getreide und Hülsenfrüchte, mit 65 Prozent den Hauptanteil der Nahrung bilden. Dazu kommen idealerweise 20 Prozent gekochtes Gemüse und nur jeweils fünf Prozent Fleisch oder Fisch, Milchprodukte und Rohkost. Doch das System der TCM ist keinesfalls dogmatisch - im Mittelpunkt steht das Wohlbefinden. Komme ich zur Ruhe, schwitze ich übermäßig? Das sind Komponenten, die den Speiseplan bestimmen sollten. Dabei ist die emotionale Gelassenheit ebenso wichtig wie die Auswahl der Lebensmittel: „Essen Sie mit einem guten Gedanken“, brachte es der chinesische Lehrer Qingbo Sui mal auf den Punkt.

Tipps für Vegetarier

Damit der Körper ausreichend mit Wärme und Qi versorgt wird, empfiehlt die TCM Vegetariern, möglichst zu allen Jahreszeiten mindestens zweimal täglich zu kochen und dabei süß-warme Gemüse (Karotten, Kürbis und Fenchel), wärmende Gewürze (Muskat, Pfeffer, Zimt) und Kräuter (Dill, Petersilie, Schnittlauch) zu verwenden.

Die fünf Elemente

Die 5 Elemete

Erde, Wasser, Feuer, Holz, Metall: Die fünf Elemente stehen sowohl für die Geschmacksrichtungen süß, salzig, bitter, sauer und scharf als auch für die Organe Milz/ Magen/Bauchspeicheldrüse, Niere/Blase, Herz/Dünndarm, Leber/Gallenblase, Lunge/Dickdarm. Damit der Körper im Gleichgewicht bleibt, empfiehlt die TCM, die Geschmacksrichtungen ausgewogen miteinander zu verbinden. Das heißt: Am besten verwendet man zu jeder Speise mindestens eine Zutat aus jedem Element.

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Kasia

Seit ein paar Monaten bin ich mit der TCM konfrontiert. Langsam versuche ich auf meine Ernährung zu achten und in einer sehr kurzen Zeit habe ich mehr Erfolge mit meinen Allergien erzielt, als jahrelange Therapien der Schulmedizin. Warmes Frühstück morgens - das beste, was ich erfahren konnte. Gruß Kasia

Kay-U. Blietz
Von Berufswegen und aus persönlicher Leidenschaft für das Kochen und Lebensmittel lese ich immer wieder gerne Lektüren über diese Themen.



Der “LeiDartikel” über das Kochen nach den fünf Elementen ließ mich dann doch an der Intelligenz (verzeihen Sie mir den Ausdruck) mancher grünen Spinner zweifeln. Ich weiß nicht warum. Immer wenn es um Ernährung geht, werden ständig irgendwelche Ernährungsberater oder Ökotrophologen zum Statement herangezogen.



Ganz schlimm wird es wenn diese selbsternannten Messias der „gesunden Kost“ auch noch Kochbücher schreiben. Haben wir doch gerade diese „Reagenzglas-Köchen“ dass ganze Leid der letzen 30 Jahre in der World of Fastfood- und Convenience zu verdanken.



Lassen Sie bitte diesen Mist sein. 90 % der Menschen in Deutschland wissen auf Grund mächtiger Marketingtöpfe von Nestle, Dr. Oetker und Mc Co‘s. sowieso schon nicht mehr was sie Essen sollen. Nach den fünf chinesischen Elementen zu kochen ist einfach Schwachsinn. Der „Durchschnittschinese“ isst so ziemlich alles was mindestens ein Bein hat, das Ernährungsverhalten und die Lebensmittelverträglichkeit sind so unterschiedlich zu den unsrigen, wie Feuer und Wasser. Ganz zu schweigen von dem sich anbahnenden Umweltkollaps in China wird in diesem Artikel versucht irgendetwas Geheimnisvolles, gar heilbringendes in der Tradition der Chinesen auf die Deutsche Küche zu adaptieren.



Grauenvoll dieser Bericht!!! Die europäische Küche und mitten in deren Herz die der Deutschen ist so facettenreich und phantasievoll, dass es nicht noch den Knoblauch, die TK-Backrohlinge und der 5-Elemente-Theorien aus China braucht.



Welches deutsche Frühstück beginnt schon jeden zweiten Morgen mit gekochten Haferbrei oder Reissuppe? Einfach realitätsfremd. Der WOK hat einen völlig anderen und geschichtlichen Hintergrund als die tiefe Erkenntnis und Sehnsucht nach gesunder Ernährung der Chinesen. Und warum musste Martina Petersen bis nach China „fliegen“? Wir haben in Europa eine viel ältere und geschichtlich, traditionell näher stehende Elemente-Theorie (vgl. Aristoteles 387 v. Chr.)

Dies wäre doch genauso herleitbar gewesen und so plausibel: „Wie täglich eine halbe Stunde an einer verchromten Gabel zu lutschen damit die Zähne schön glänzen.“



Um bei Aristoteles zu bleiben ist doch die Quintessenz aller Ernährung. Leute esst LEBENSmittel und keinen degenerierten und buntverpackten Scheißkram!



Nach Dr. Nichterl’s Worte: „Genießen ist das Wichtigste!“ – Danke!



Und meiner simplen Erkenntnis: „Esse was die Natur in der jeweiligen Zeit bietet, möglichst frisch oder traditionell haltbar gemacht.“





Mit freundlichen Grüßen Kay-Uwe Blietz

Koch – Gastronom & Genießer
toad
Das kann kein Zufall sein, dass so gut wie alle althergebrachten Ernährungslehren und -weisheiten zu wenigem bis keinem Leichenverzehr raten. Auch bin ich, als Großvernichter von Tropenfrüchten und Quark, schon sehr erstaunt, dass dies gar nich so gesund sein kann und evtl. daher mein steter Süßhunger bedingt sein kann (ich benutze so gut wie keine zusätzlichen Süßungsmittel, seien sie natürlich oder künstlich). Vielleicht sollte ich mehr Getreide in den Speiseplan integrieren; mit Vegetarismus scheint man ja wirklich in allen Kulturen und Lehren auf der gesunden Seite zu liegen.
Anneliese/ Yi-Xing
Ich komme aus dem Land, das Fünf-Elemente-Küche praktizierend, ich würde grne Kochkurs anbieten, ich habe Chigong-Klangmeditation-Yoga und vegetarische Kurse geleitet!



0177-85 80 785

xing.elfen@web.de
B.Weitzel
Ein sehr interessanter Artikel, der nachdenklich stimmt,in Bezug auf die Ernährung und das sonst so verdammte Fleisch/Fischessverhalten.
Sabine D'Hondt
Hallo, ich habe mich sehr über Ihre Impulse hinsichtlich einer "ementar" ausgewogenen Ernährung gefreut. Insbesondere den Hinweis auf die Schwächung bzw. Stärkung der Milz sowie unserer Mitte habe ich mit Interesse gelesen. Als Feng Shui-Beraterin möchte ich Sie jedoch nebenbei gern darauf hinweisen, dass der abgebildete Elementezyklus einer anderen Reihe Folge: Zunächst beginnt er mit dem HOLZ, dem folgt das FEUER, dann die ERDE, ihr das METALL und dann das WASSER, dem sich wieder HOLZ anschließt.

Mizt herzlichem Gruß, Sabine D'Hondt, Bad Berleburg