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Gesund Essen am Arbeitsplatz

Snacks fürs Büro

Wohl dem, der ein Tischleindeckdich in der Schreibtischschublade hat. Oder wenigstens einen guten Kantinenwirt. Für alle anderen haben wir Tipps und Rezepte. // Elke Achtner-Theiß

 

Dass Pommes geschäftsschädigend sind, ist längst klar. Denn typisches Kantinenessen macht so platt, dass man unweigerlich in den viel zitierten Büroschlaf sinkt. Bringen Sie sich lieber was Gesundes von zu Hause mit. Rezepte finden hier.

„PING“ - die Stechuhr läuft. Frag jetzt ja keiner nach ausstehenden Sitzungsprotokollen oder verschollenen Akten! Bei laufender Stechuhr ist so was irgendwie taktlos, findet Renate. Recht hat sie, Mittagszeit soll nämlich Auszeit sein und wenn dreißig Minuten angesetzt sind, reicht das gerade so, um das Treppenhaus hinunterzuhechten, sich an der Kantinentheke unbemerkt vorzudrängeln, „Maaaahlzeit“ zu rufen und sich sein Mittagsmahl im Affentempo einzuverleiben. Und was gibt’s heute? Leberkäse mit Pommes und Leipziger Dosenallerlei, zum Nachtisch Vanillinpudding mit einer Cocktailkirsche obendrauf. Renate Werwohl (Name von der Autorin frei erfunden) ärgert sich, denn sie ist Vegetarierin und glühende Junk-Food-Verächterin - aber mit einem durchaus guten Appetit ausgestattet.

Doch auch rund um Renates Firma scheint eine Bannmeile für gesundes Essen gezogen zu sein. Bratwurst- und Dönerbuden überall. Bis zu einem kleinen Bistro dagegen, wo es halbwegs reale Brötchen mit Schafkäse und Tomate gibt, muss Renate zehn Minuten weit pilgern und zwei Euro sechzig berappen. Da lässt es sich kaum vermeiden, das teure Stück schon auf dem Rückweg anzuknabbern.

Parkplatz mit Salat gesucht!

Renate ist nicht allein. Die Hälfte aller Berufstätigen im Land ist mit dem Essensangebot am Arbeitsplatz offenkundig unzufrieden. Zumindest bringt sich jeder Zweite sein Mittagsmahl von zu Hause mit, so hat der BKK-Bundesverband ermittelt. Die meisten nehmen dabei mit belegten Broten, Fruchtjoghurt und Obst vorlieb. - „Langweilig!“, findet Renate und fahndet seither nach anderen Lösungen. Die gibt’s natürlich auch in ihrem Umfeld.

Zum Beispiel bei Chefsekretärin Müller-Meier. Sie verfügt nicht nur über einen smarten Punto, sondern auch einen Parkplatz in der Betriebsgarage. Klar kann sie sich leicht jeden Tag eine große Wanne voll frischem Grünzeug mitbringen: Romasalat, Frisée und Radicchio, dazu Radieschen und Champignons, alles am Vorabend geputzt und gewaschen. Zerkleinern kann sie‘s im Büro, auch die selbst gemachte, in ein Schraubdeckelglas abgefüllte Soße kommt erst an Ort und Stelle dazu. Und für ein sättigendes Vollkornbrötchen fährt sie am Morgen eben den kleinen Umweg beim Bio-Bäcker vorbei. - Genial, die Müller-Meier!

Rote Grütze im Rucksack?

Oder Betriebsrat Harald. Der rollt bei jedem Wetter mit seinem Hollandrad an, auf dem Rücken einen Rucksack voller Delikatessen, die ihm eine Fulltime-Hausfrau nicht nur liebevoll fertig zubereitet, sondern auch tropf- und bruchsicher in eine Batterie von Kunststoffbehältern verpackt: glasierte Möhren an Meerrettichsahne, Tofu-Sticks mit Joghurtdipp, rote Grütze im Teigmantel mit Mandelsplitter … Beneidenswert!

Leider hat Renate weder Auto noch Parkplatz noch Hausmann. Sie geht abends lieber unter Leute, als lang in der Küche zu stehen. Und sie fährt mit dem Bus, der morgens meist voll besetzt ist. Dann braucht sie beide Hände, um sich und ihre Bürotasche festzuhalten. Da haben Salatschüsseln und voluminöses Picknickarsenal keine Chance! Deshalb hat sie S&K eine Mail geschickt: „Liebe Redaktion, kennen Sie vielleicht ein paar passende vegetarische Rezepte? Irgendwas, was sich abends schnell zubereiten lässt und am nächsten Mittag immer noch gut schmeckt? Was ordentlich viele Vitamine hat und trotzdem in eine normale Umhängetasche passt?“ - Kein Problem! Hier sind Tipps und Rezepte. Natürlich nicht nur für Renate.

Pause machen ist wichtig

Ist es die hohe Arbeitsbelastung? Sind‘s die Computerspiele? Viele Arbeitnehmer verlassen während der Mittagszeit nicht ihren Schreibtisch. Damit sind sie in nobler Gesellschaft: Schon Lord Sandwich (1718-1792), Erfinder der gleichnamigen Zwischenmahlzeit, soll sich seinen Imbiss direkt ins Sitzungszimmer bestellt haben - um nicht das Kartenspiel unterbrechen zu müssen. „Wer keine Pause einlegt, betrügt sich selbst“, sagt Dr. Christa Lindemann, kommissarisch leitende Ärztin am Arbeitsmedizinischen Vorsorgezentrum (AMVZ) in Herne. „Das Mittagstief kommt ohnehin. Man sollte es zur Entspannung nutzen, sonst drohen Fehler durch mangelnde Konzentration.“ Besonders denen, die im Sitzen arbeiten, empfiehlt sie einen kleinen Spaziergang.

Tipps für die Taschen-Mahlzeit

Kein Herd im Büro? Nicht mal ein Kühlschrank?
Selbst dafür gibt’s Lösungen.

  • Wann immer Sie Reis, Nudeln, Bulgur oder ähnliches zubereiten, geben Sie eine Portion mehr ins Kochwasser. So haben Sie die perfekte Basis für Ihre Mitnehm-Salate.
  • Bratlinge und Quiches lassen sich leicht portionsweise einfrieren und schmecken auch ohne Aufwärmen. Einfach über Nacht auftauen und mitnehmen.
  • Kohlrabi, Möhren, Radieschen etc. erst im Büro raspeln und einen Salat oder Burger damit aufpeppen - wegen der Vitamine!
  • Deponieren Sie Salz, Gewürze und Trockenkräuter im Büroschrank. Dann können Sie Ihre Salate in aller Ruhe und abwechslungsreich würzen.
  • Geraspelter Weiß-, Rot- oder Blumenkohl leidet nicht, wenn man ihn schon morgens mit einem Dressing anrichtet. Im Gegenteil, er braucht ohnehin ein paar Stunden, um durchzuziehen.
  • Hart gekochte Eier, Salzgurken und getrocknete Tomaten sind gut transporttauglich und bleiben sogar bei Zimmertemperatur ein bis zwei Tage frisch.
  • Regen Sie in der Abteilung an, einen Herd anzuschaffen. Der Vorteil: Alle können sich die mitgebrachten Gerichte rasch heiß machen.

Kommentare

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B.von Hardenberg
Realitätsnah - etwas zu viel Vortext - sehr gute Tips, die für den Laien und Nicht-Koch noch etwas detaillierter beschrieben werden müßten.
Karin Höll
Toller Artikel! Die Haferbratlinge sind gut gelungen. Würde mich über weitere Bürorezepte freuen!