Anzeige

Anzeige

Warenkunde: Eier

Öko im Nest

Die Eier im Osternest sind ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Ein krasser Gegensatz dazu ist das Leid der Käfighühner, die immer noch den größten Teil dieser Eier legen. Bio-Eier machen Ostern zu einem Fest für alle Beteiligten. // Leo Frühschütz

GLÜCKLICHE HÜHNER sind ständig auf Achse. Sie scharren, picken und flattern, putzen ihre Federn und baden im Staub. Ihre Eier legen sie in Nester und geschlafen wird am liebsten auf Stangen. Bio-Hennen dürfen so leben. Das haben sie schriftlich: Die EU-Öko-Verordnung schreibt Nester, Sitzstangen, Tageslicht und natürliche Lüftung im Stall vor, Einstreu auf mindestens einem Drittel des Bodens sowie ausreichend Auslauf im Freien. Artgerechte Haltung nennen das die Fachleute.

Davon können die meisten der 50 Millionen Legehennen in Deutschland nur träumen. 85 Prozent von ihnen leben immer noch in Käfigen, stehen auf Gitterstäben und haben nur 550 Quadratzentimeter Platz - weniger als eine Seite von Schrot&Korn. Sie sehen nie die Sonne, können sich kaum bewegen, leiden an Knochenerweichungen und Verhaltensstörungen. Damit sie sich nicht gegenseitig die Federn ausreißen, wurden ihnen schon als Küken die Schnäbel verstümmelt. Damit in den vollgestopften Ställen keine Krankheiten ausbrechen, erhalten die Tiere Medikamente mit dem Futter. Das besteht zum Beispiel aus billigem Gen-Soja oder aufbereiteten Fetten.

Keine Medikamente im Futter

Auf der Speisekarte der Bio-Hennen stehen dagegen Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und etwas Grünfutter. Die Hälfte davon muss vom eigenen Hof kommen. Erlaubt sind bis August 2005 noch 20 Prozent konventionelle Futtermittel. Dann sind genug eiweißreiche Öko-Zutaten verfügbar. Es gibt aber viele Legehennen, die jetzt schon zu 100 Prozent Öko-Futter bekommen. Vorbeugend Medikamente ins Futter zu geben ist Bio-Bauern verboten, nur die gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen sind zulässig. Kranke Bio-Hennen erhalten vorrangig pflanzliche und homöopathische Arzneimittel.

Das alles hat seinen Preis. Das Öko-Futter macht die Hälfte der Produktionskosten aus. Hinzu kommen der höhere Haltungsaufwand und der Nachkauf der Legehennen - inzwischen fast alle aus Öko-Aufzucht. Auch dürfen in Bio-Ställen höchstens 3.000 Hennen leben. Deshalb kosten Bio-Eier mehr als doppelt so viel wie Billig-Käfig-Eier.

Bio leuchtet stärker

Besonders hohe Produktionskosten haben Bio-Bauern, wenn sie deutschen Anbauverbänden wie Bioland, Naturland oder Demeter angehören. Deren Kriterien gehen noch über die Standards der EU-Öko-Verordnung hinaus. Die Bauern müssen mehr Land nachweisen, auf denen sie Futter erzeugen und Mist ausbringen können, ohne zu überdüngen. Pro Hektar dürfen sie nur 140 statt 230 Legehennen halten. Der Zukauf von konventionellem Futter ist stärker eingeschränkt, Öko-Futter muss vorrangig von anderen Verbandsbetrieben bezogen werden. Dazu kommen detaillierte Regeln für den Stallbau. So schreibt Bioland eine Mindestfläche Fenster vor und einen überdachten Auslauf, damit die Hennen auch winters an die frische Luft kommen.

Sind Eier von glücklichen Hühnern besser? Studien, in denen Inhaltsstoffe verglichen werden, gibt es nicht. Allerdings enthalten konventionelle Eier regelmäßig synthetische Farbstoffe wie Canthaxantin, die das Dotter gelb färben, gelegentlich auch Medikamentenrückstände. Eine Messmethode, mit der sich deutliche Unterschiede zwischen Bio- und Käfig-Eiern feststellen lassen, ist die Biophotonen-Analyse. Dabei werden die Eier mit Licht bestrahlt, das sie speichern und dann in Form winziger messbarer Lichtteilchen, den Biophotonen, wieder abgeben. Dabei leuchten Bio-Eier stärker als konventionelle, Freiland-Eier stärker als Eier von Käfighühnern. Auch bei anderen Lebensmitteln zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Bio- und konventionellem Anbau oder zwischen frischen und lange gelagerten Produkten. Für Professor Fritz Albert Popp, der diese Messmethode entwickelt hat, ist das stärkere Leuchten ein Beleg für die höhere Vitalität und Qualität. Die konventionelle Ernährungsforschung steht dem Verfahren skeptisch gegenüber. Einige Lebensmittelhersteller benutzen es jedoch bereits, um die Frische und Qualität ihrer Produkte zu überprüfen.

Gesundes Cholesterin

Eier gelten als Cholesterin-Bomben. Ein Dotter enthält etwa 200 Milligramm davon. Doch keine Angst. Der Körper produziert selbst ein bis eineinhalb Gramm am Tag. Cholesterin schützt Zellmembranen und Nerven, ist der Grundstoff für Gallensäure, unterstützt das Immunsystem und das Gehirnwachstum. Wird mehr Cholesterin gegessen, produziert der Körper weniger.

www.was-steht-auf-dem-ei.de

0 steht für Eier von Bio-Hennen, 1 für konventionelle Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung im Stall und 3 für Käfighühner. Die beiden folgenden Buchstaben stehen für das Erzeugerland (DE = Deutschland) Die siebenstellige Nummer gibt den Erzeugerbetrieb an. Auch auf dem Eierkarton steht die Haltungsform. Zieht man vom Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage ab, erhält man das Legedatum.

Eier-Know-how für die Küche

Eier können die ersten beiden Wochen nach dem Legen ohne Kühlung aufbewahrt werden. Für Speisen mit rohen Eiern wie Tiramisu nur ganz frische Eier verwenden. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können Eier noch gegessen werden, wenn sie bei mindestens 70 Grad durcherhitzt werden.

Der Frische-Test im Wasserglas:

Frische Eier bleiben am Boden liegen, nach zwei Wochen stehen sie senkrecht im Wasser, überalterte Eier schwimmen oben und gehören entsorgt. Die Luftkammer im Ei vergrößert sich mit zunehmendem Alter. Beim Aufschlagen hat ein frisches Ei ein stark gewölbtes Dotter. Übrig gebliebene Eimasse, Eigelb oder Eiklar können eingefroren werden. Bei sehr hart gekochten Eiern hat das Dotter einen grünlichen Rand. Er entsteht aus einer Reaktion von Eisen im Eigelb und Schwefel im Eiweiß. Schmecken tut es trotzdem.

Zum Weiterlesen

Zur aktuellen Situation in der Hühnerhaltung siehe „Traum vom Fliegen?“. Weitere Infos liefert auch der Beitrag „Bio-Eier und Pflanzenfarben“.

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'